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"Man muss keine neuen, nie gesehenen Bilder suchen, aber man muss die vorhandenen Bilder in einer Weise bearbeiten, dass sie neu gesehen werden."

Harun Farocki

 

SPEKTRUM

Im Labor ist Raum für freie Projekte ,
Platz für Foto-Forschung und Lehre,
Gelegenheit für Experimente,
Zeit für Sinnliches und Unsinn.
Hier entstehen ausgewählte
journalistische Geschichten,
hier gedeihen Literatur und Kunst.

Literatur


Literatur


Jo Berlien

 

*** FRISCH GEDRUCKT ***

Papa sorglos – Väter machen nichts richtig, aber manches besser

264 Seiten | Taschenbuch ISBN 978-3-86265-635-6 9,99 EUR (D)
Schwarzkopf und Schwarzkopf Verlag, Berlin

Warum Männer sich mit Hunden leichter tun als mit
Kindern, warum das Vatersein die Menschwerdung des
Mannes beschleunigt und wie Kinder Männer von ihrer Maulfaulheit heilen...

 
 
 
 
 


(...) Warum Männer sich mit Hunden leichter tun als mit Kindern, warum das Vatersein die Menschwerdung des Mannes beschleunigt und wie Kinder Männer von ihrer Maulfaulheit heilen.

Der Kontakt mit Kindern verspricht heilende Wirkung. Kinder fordern und fördern. Der Mann erlernt eine neue Sprache, das Kindersprech. Verblödetes Vokabular (heia, wauwau, dursti) und eine konsequent irre Anrede im Dimunitiv (Kindchen, Bärchen, Schühchen) bleiben ihm verhasst. Doch rasch redet er insulanisch daher, in, wie es scheint, sanftem hawaiianischem Singsang, nicht ohne Strenge, mit der Nachsicht des Älteren und der Herzenswärme des mit-

fühlenden Vaters. Er redet, redet, redet, hört gar nicht mehr auf. Anfangs stolpert er durchs Wörtergestrüpp, bemüht Phrasen, von denen er nicht wusste, dass er sie im Repertoire hat, bisweilen ist es ihm noch peinlich, doch das Kind lässt ihm keine Zeit zum Nachdenken und irgendwann ist es dann auch egal.

Kommunikation ist eine Technik – mit der Strafzettel verteilenden Politesse redet man eine Nuance anders als mit dem Schiedsrichter, der das Spiel verpfeift. Als Mann mit Frauen anders als von Mann zu Mann, bei Älteren schlägt man einen anderen Ton an als bei Jugendlichen. Kinder sind unberechenbar, sie sind herzig und schroff, undankbar und treu ergeben, sie lassen ihre Launen laufen, alles muss raus, sofort, ungefiltert, und alleine mit ihrer Stimme vermögen sie zu becircen. Ich liebe ihre verwaschene Aussprache (Mausch statt Maus) und die Ernsthaftigkeit, in der sie Vulgärvokabular nachplappern.

Je mehr sich die Geschlechter scheinbar angleichen, noch immer sind es die Jungs, die Frösche quälen, Fliegen Beinen ausreißen, Regenwürmer fressen und es Mutprobe nennen. Ein Mann, der einmal, weil es ihm jetzt reicht, ein anderthalb Jahre altes Kind anbrüllt und sieht, wie erschrocken es zusammenzuckt, verstört zurückweicht und, offenbar weil es sich nicht zu weinen getraut, in leisem Wimmern ergeht, kommt sich schäbig vor, kläglich, dumm und tollpatschig in seiner männlichen Unbeherrschtheit (…)

Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 2017, 288 Seiten, 9.90 EUR

 

 

PRESSE:

Vorabdruck in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung,
2. April 2017

 

 

Gastbeitrag Focus online, 26. März 2017

 

 

ESSAYS

 

Die Kanzlerin nackt

„Die Kanzlerin nackt“ ist der Titel eines Essays über Alltagsfotografie – und darüber, dass es das Selfie früher schon gab, als wir Kind waren und mit einer Ritsch-Ratsch-Klick-Pocket/Agfamatik 4000 dilettierten.

Jo Berlies Text erschien zunächst im Hamburger Magazin „Photonews“ und fand dann Eingang in den Katalog zur Ausstellung "EGO UPDATE – die Zukunft der digitalen Identität" im NRW-Forum Düsseldorf.

 

 

Ein Preis für die Übermütter

Die Schweizer Tageszeitung „Der Bund“ schreibt jährlich einen Essay-Wettbewerb aus. 2013 zum Thema Emanzipation.

Der Beitrag „Unter Übermüttern und Arschlochkindern“ gelangte in die Endrunde, Jo Berlien trat in der Dampfzentrale Bern gegen zwei Schweizerinnen an, per Publikums-entscheid erreichte er Platz zwei.

 

(...) Kinder sind laut! („Spielen und Lärmen im Treppenhaus verboten“), lästig! („Kann man die nicht mal für zwei Wochen abgeben?“) teuer! (120.000 Euro bis zum 18. Lebensjahr) und sie amortisieren sich als Investition nicht.

Deutsche Haushalte füttern lieber 23 Millionen Katzen, Hunde, Hamster, Kaninchen, Zierfische, Wellensittiche und Leguane durch. Aktuell stehen 23 Millionen Haustiere 10,9 Millionen Kindern gegenüber. Die Zahl der Haustiere ist seit Jahren stabil. Die Anzahl der Kinder bis zu 14 Jahren sinkt seit 1970 kontinuierlich.

 
 
 

LITERATUR

 

Seit 1987 diverse Veröffentlichungen in Anthologien, als Ghost-Beitrag und unter Pseudonym

 

Literaturförderpreis der Stadt Hamburg 2012

Jo Berlien gewinnt 2012 einen Literatur-Förderpreis der Stadt Hamburg. Sein Bondincus ist ein Außenseiter, einer, der es nirgends aushält, keiner, der es einem leicht macht. Dass es einen Preis gibt für solch eine Story, Bondincus hätte mit der Schulter gezuckt. So ist die Welt. Des Spießers Lieblingsbeschäftigung ist es Krimis zu lesen. Aber wehe, wenn Neues, Fremdes, Niegekanntes mit Wucht ins Leben platzt! Aufs Außenseitertum ist gepfiffen. Sie steht in der Küche und kocht, sagt Wondratschek. Möglich, dass ein Astronaut von sowas träumt.

 

>>> Textprobe

>>> Jurybewertung

 

 

Bondincus im Ziegel


Der „Ziegel“ ist das Jahrbuch der Literatur in Hamburg, eine ziegelschwere und telefonbuchdicke Anthologie, die die besten Geschichten des Jahres enthält. Die Kurzgeschichte „Bondincus“ steht in der Nummer 14.

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LITERATUR IM AUFTRAG

Ich schreibe Ihre Geschichte auf, als Biograph, als Ghostwirter, als Co-Autor.

Vertraulich und diskret, individuell und originell, abgestimmt auf Temperament, Stimmung und Anlass.

„Wenn im August Sonne und Sirius, der hellste Fixstern am Nachthimmel, im Sternbild Großer Hund einander nahekommen, brechen die Hundstage an. Es ist die Zeit der Getreideernte, eine Folge von Tagen, an denen das Wetter verlässlich beständig und gewöhnlich sehr heiß ist. Die Frucht ist ausgereift, die Halme sind trocken. Für uns Kinder, damals, Ende der Zwanziger-Jahre, fiel die Ernte in die Zeit der Schulferien. Ob das uns angenehm war oder nicht, danach wurde nicht gefragt. Wir hatten mit hinauszugehen aufs Feld, morgens um fünf Uhr schon, und wir taten es ohne Murren; wir kannten es nicht anders. Eine Tasse Geißenmilch und ein Stück Schwarzbrot gab es zum Frühstück. Der Rucksack, gefüllt mit Speck, Brot, Most und Sprudel, stand bereit. Ich bekam ihn auf den Buckel gehängt, Vater packte sich die Flügelsense auf die Schulter und nahm eine Sichel in die rechte Hand, die Schwester trug eine zweite. Auf Vaters Kopf saß ein Strohhut; er hatte eine blaue Arbeitsschürze umgebunden und trug Gamaschen und schwere Schnürschuhe.“

Auszug aus der Biographie „Hans Haßmann – Leben in alten Gassen“

 
 
 

Krimis als Auftragsarbeit

Man kann auch aus Abneigung gegen ein Genre mit wachsender Lust Genre-Texte schreiben. Etwa einen Krimi. Ein Kriminalfall ist vermeintlich schnell gestrickt.

Ein Krimi ist ein guter Aufhänger für das, worüber man eigentlich schreiben will: über den Zustand der Gesellschaft im Regionalen angesichts geopolitischer Verwerfungen.

Zu einer Zeit, als noch nicht jede Stadt ihren Lokalkrimi hatte, erschienen die Krimis, beispielsweise "Hotel Horb", als Auftragsarbeit und täglicher Fortsetzungsroman im Lokalteil einer Tageszeitung.

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Sabina Paries

 

TEXTE ÜBER FOTOGRAFIE

 

Ein guter Text vermittelt zwischen Fotograf und Betrachter

 

 

Ein Fototext ist keine Bildbeschreibung

Was interessiert ist, wie Bilder zustande kommen und in welchem fototheoretischen und fotohistorischen Zusammenhang sie stehen.

Was interessiert sind die Geschichten hinter den Bildern und die Bildermacher selbst.

Ein guter Text vermittelt zwischen Fotograf und Betrachter und verbindet Wissenschaft und Theoriegeraune mit dem festgehaltenen Augenblick.

 

Angebot

+ Ich führe Interviews, schreibe Portraits,
Katalogtexte und Rezensionen,

+ ich moderiere im Auftrag von Verlagen
und Galerien.

Und all das anschaulich, in einer klaren,
verständlichen Sprache.

 
 

THEMENREIHEN FÜR DIE  PHOTONEWS

 

Rund um den Fotokosmos

Seit 2009 schreibe ich als freie Autorin regelmäßig für das Hamburger Fachblatt Photonews.

Hier sind einige Texte und Serien, die in den vergangenen Jahren entstanden sind. Bei Interesse sende ich gerne einzelne Artikel zu.

 

 
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DIVERSE SERIEN


Fotografie im Auftrag

Eine achtteilige Reihe über die Facetten redaktioneller Fotografie heute. Denn es gibt viele – mal besonders kreative, dann wieder besonders waghalsige – Ansätze in der scheinbar bildermüden Medienwelt seine Position als Berufs-Fotograf zu behaupten.

Sei es als deutscher Fotograf in Dubai oder Shanghai, als Bildermacher, der nicht einfach von Krisengebiet zu Krisengebiet hüpt, sondern lange an einem Ort verweilt um dessen Puls besser zu erfassen oder als Politikfotograf auf der Such nach visuellen Nischen im perfekt durchorganisierten Machtzirkus Berlin.

 

GEMEINSAM STARK

Fotografen wird gerne ein berufsbedingter Scheuklappen-Blick attestiert. Es heisst, manch ein Bildermacher blicke stetig auf die Welt wie durch einen Filter, er siebe seine Umgebung stringent auf spezifische Motive, schaue selten nach links, nach rechts und auf die Fotografien der anderen.

Dass aber nicht jeder Fotograf mit starkem Fokus gleich ein visueller Einzelkämpfer sein muss, zeigt die Reihe „Gemeinsam stark“.

Ihre Protagonisten haben als Duo, als Mitglied einer Agentur, im großen Kollektiv, in einem virtuellen Verbund oder in gemeinsamen Atelier ihre Nische im bunten Bildermacher-Biotop gefunden. In dieser und den folgenden Ausgaben erzählen sie von den Gründen für ihren Pakt; sprechen über die Vorteile, vielleicht auch die Nachteile, die sie durch ihren Zusammenschluss haben und berichten, ob vier, ob sechs oder zwei Dutzend Augen wirklich immer mehr sehen als zwei.

 


Hassliebe Technik – Fotografen und ihre Ausrüstung

Technik als Mittel zum Zweck, Technik als Mittel zur Pose, Technik als notwendiges Übel – so unterschiedlich wie Kamera- und Lichtsysteme oder die Ansätze der Bildbearbeitung, so individuell ist, von Fotograf zu Fotograf, die Gewichtung des Faktors Technik für die eigene Arbeit und der Umgang mit einer spezifischen Ausrüstung.

Wie lässt sich eine Bildidee aus dem Kopf in Print und Pixel übertragen?  Wie wirken sich technische Prozesse auf die Arbeit aus? Und natürlich: Welche Kamera? Welches Licht? Und warum, weshalb, wieso?

Eine Serie über Fotografen und ihre Erfahrungen mit der Technik. Eine Reihe, die aufschlussreiche Blicke in fremde Kamerataschen und hinter Studiomauern ermöglicht.

 

Bildredakteure im Fokus

Fotografien lenken den Blick auf Geschichten, locken Leserin und Leser. Aber erst der Text enthüllt den Kontext, die ganze Geschichte hinter dem Bild. Das Bild ist der Einstieg, das Tor. Doch: Wie findet man das eine Bild zu einem langen Text? Wie visualisiert man komplexe Botschaften und wie erreicht man den/die Leser/innen unmittelbar?

Eine Berufssparte ist heute wichtiger denn je:
die Bildredakteure, diejenigen sich sicher durch den modernen Bilderdschungel bewegen, wissen wo sie welche Motive finden, welcher Fotograf besonders geeignet scheint, ein Thema, ein konkretes Portrait adäquat umzusetzen und die intuitiv entscheiden, welches Bild die Augen öffnet für einen größeren Kontext.

Eine siebenteiligen Reihe mit Blick auf unterschiedlichte Publikationsgattungen – von der Tageszeitung zum Special Interest-Heft rund um den Mythos Meer.

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TEXTE FÜR ART

Erik Kessels

Sabina Paries für das art-Magazin

Zum Beispiel jener Mann, der über zwölf Jahre hinweg seine Frau fotografierte: Anfangs trachtet er danach, seine Liebe festzuhalten, ihre liebreizende Erscheinung (...).

Mit den Jahren verschwindet die Frau mehr und mehr in der Kulisse, geht im Hintergrund auf. In ihrer Gesamtheit berühren die Auf-
nahmen, in der Rückschau erzählen sie eine Geschichte, in der jeder etwas anderes sehen mag: die Tragik des Alltags, des Alterns, die Banalität des Lebens an sich; Innigkeit, Zweisamkeit, Einsamkeit und am Ende landen die Fotos in einer Wühlkiste auf dem Flohmarkt.

So etwas interessiert Erik Kessels. Was ihn langweilt: eine so perfekte wie humorlose zeitgenössische akademische Fotografie, die sich thematisch und ästhetisch an der Gemäldetradition orientiert und diese imitiert.

 
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ARTUR WALTHER

Sabina Paries für das art-Magazin

Von Neu-Ulm nach New York … von der Wall Street zur Art Basel. Einen Selfmademan wie Artur Walther, 63, der an der Börse so viel Geld verdient hat, dass er mit 46 Jahren nicht mehr zu arbeiten brauchte, mag man skeptisch beäugen, wenn er vorgibt, in Kunst mehr zu sehen als eine Geldanlage.

Artur Walther sieht sich als Sammler, der gerne teilt. Seine Vision sei es, visuelle Zusammenhänge in der Fotokunst zu vermitteln, die so bisher nicht gezeigt wurden.

Zielstrebigkeit, ein Sinn für Systematik, Analyse und fürs Geschäft, das charakterisiert einen guten Investmentbanker. Ähnlich strukturiert begann Walther dann auch den Aufbau seiner Sammlung für Foto- und Videokunst.

 

 

TOBIAS REHBERGER

Sabina Paries für art online

Tobias Rehberger im Sportwagen auf dem Weg nach St. Georgen. Fortan ist seine Kunst Teil der Sammlung der Schwarz-wälder Kunstenthusiasten Graesslin.

Tobias Rehberger erinnert sich an einen seiner ersten Besuche Anfang der Neunziger in Sankt Georgen, als Martin Kippenberger wieder einmal eine Nacht mit Mau Mau zum Tag machte, dieses Mal, um mit dem Sammlersohn Jürgen Graesslin erfolgreich um die Finanzierung eines kleinen Katalogs für seine Studenten zu zocken.

>>> Text

Fotoforschung


Fotoforschung


FOTOFORSCHUNG UND -LEHRE

 

Fotoarbeiten von Studenten der Stuttgarter Merz-Akademie
 

Fotoarbeiten von Studenten der Stuttgarter Merz-Akademie

 

Basis zum Bildermachen

Zu keiner Zeit gab es eine solche Bilderflut, nie waren die technischen Möglichkeiten größer, das perfekte Foto ist schnell und leicht zu er-
gattern. Tatsächlich?

In meinen Seminaren an staatlichen Hochschulen und bei freien Bildungsträgern schaue ich hinter die Bildkulissen. Kulturtheorie
und Foto-Technik gehören ebenso zum Lehrplan wie der individuelle Blickwinkel und die – bisweilen lebenslange – Suche nach einer eigenen visuellen Handschrift.

 

Kooperationen

+ Akademie für Publizistik, Hamburg
+ Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), Hamburg
+ Lazi-Akademie, Stuttgart
+ Merz-Akademie, Stuttgart
+ MAZ, Schweizer Journalistenschule, Luzern
 

... und andere ...

 
 

VORTRÄGE UND DISKUSSIONEN

Foto-Plattform bild.sprachen

Kunst und Firmensponsoring – kann das gut gehen?
Unternehmer treten als Kunstmäzene auf, schreiben Wett-
bewerbe aus, laden Künstler ein, geben Geld für eine gute Sache, für ein besonderes Projekt.

Aber wie frei ist der Künstler tatsächlich in seiner Arbeit? Wie weit kann er gehen, wo beginnt die Selbstzensur und wie sehr lässt einer sich verbiegen?

Auf der regelmäßigen Foto-Plattform bild.sprachen 2014 in Gelsenkirchen hat Sabina Paries darüber referiert.

>>> bildsprachen